Freitag, 6. Dezember 2013

[Interview] Markus Heitz

Markus Heitz mit typischer Pose und lebens[leseliebe]lust

Heute gibt es mal wieder ein Autoreninterview von mir. Markus Heitz war zu Gast bei der 9. Lesung der AG Phantopia. Natürlich kenne ich Bücher von dem Autor namentlich und habe durch meinen Freund auch einige im Regal, aber ich gebe zu: Ich habe noch keines seiner Bücher gelesen. Umso überraschender war die Lesung, denn sie war genial und ich werde wohl heute im absoluten Buchkaufrausch verfallen.

Da ich auch einen Artikel für die örtliche Tageszeitung geschrieben habe, wird es an späterer Stelle auch noch einen allgemeinen Bericht über die Lesung geben. Deswegen gehe ich heute da mal nicht allzu groß drauf ein. Aber ganz kurz: sie war lustig, spannend, interessant und Markus Heitz ist ein unglaublich begnadeter Vorleser. Ich denke, er könnte auch das BGB oder das Telefonbuch spannend vorlesen.


Markus Heitz zu Beginn des Interviews
lebens[leseliebe]lust: Ihr aktuelles Buch "Totenblick" ist ein Thriller, ansonsten schreiben sie auch gerne High Fantasy oder Space Fiction. Was schreiben sie lieber?

Markus Heitz: Der Trick dabei ist verschiedene Sachen zu schreiben. Alles hat bei mir mit dem Bereich Fantasy angefangen. Aber jeden Tag Fantasy schreiben Jahr für Jahr ist wie jeden Tag Pizza zu essen. Die ersten drei Tage findet man es noch genial, dann wird's schnell langweilig. Ich schreibe neben den genannten Genres z.B. auch Kurzgeschichten und Horror. Zu Weihnachten halte ich immer eine böse Weihnachtslesung mit Geschichten, die es nur an diesem Abend zu hören gibt. Die gibt es auch bisher nirgendwo und nirgendwann anders!  Also kurzum: die Mischung macht's.

Markus Heitz im Gespräch
lebens[leseliebe]lust: Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Markus Heitz: Kreativität ist nicht kontrollierbar, somit nehme ich Ideen überall her. Ich habe immer mein Notizbuch dabei und kann mir Ideen gleich aufschreiben. Ich schaue z.B. auf ZDF Neo eine Doku - Wer will schon die 200.Wiederholung von "Barbara Salesch schauen? Ich jedenfalls nicht. - und sehe da ein Thema, bei dem ich mir denke: wow, genial - DAS musst du mit aufnehmen. Oder ich höre einem Gespräch zu auf meinen Lesereisen per Zug. Sie wären erstaunt, wenn sie wüssten, was da alles erzählt wird. Letztens hat sich ein Pärchen im Alter von 80 á la Loriot gestritten, was in den Obstsalat gehört. Diese Ernsthaftigkeit war geradezu lustig.


lebens[leseliebe]lust: Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Markus Heitz:
Ich arbeite gerade an einem Mystery Thriller, der im August erscheinen soll. Es wird in der selben Welt, wie die "Kinder des Judas" spielen, wird aber einige neue Komponenten aufnehmen. Leider kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mehr darüber berichten. Wenn Albae 4 erschienen ist, wird es aber vermutlich über des Projekt mehr Informationen geben.


lebens[leseliebe]lust: Woher kommt der Faible für Zwerge?

Markus Heitz: Ich habe eine Rollenspielvorgeschichte. 16 Jahre lang war ich Rollenspieler. Angefangen hat alles mit "Das schwarze Auge". Dort hatte ich zwei Spielfiguren, einmal einen Elf und einen Zwerg. Ich habe schnell mitbekommen, dass ich mit dem Elf nicht so gut zurechtkomme. Der Zwerg wiederum, klein und dickköpfig, war genau meins. Ich mag diese perfekten hübschen tollen Elfen nicht so gerne. Deswegen kam ich auch zu den Albae. Sie sind das böse, aber coole Gegenstück zu den Elfen. Im Gegensatz zu den Orks sind sie nicht hässlich, sondern auch elegant und hübsch - aber böse. 

Markus Heitz mit seinem Ideenschreibbuch
lebens[leseliebe]lust: Angenommen Sie müssten einem neuem Leser (also mir) ein Buch von sich selbst empfehlen, welches wäre das?

Markus Heitz:
Ich habe ca. 30 Romane geschrieben und ich liebe alle. Mit "Ulldart" begann alles. Können Sie sich vorstellen, dass das erste Cover damals rosa war? Rosa!!! Aber ich dachte: okay, mein Buch ist verlegt. Dort war dann auch ein Mann mit langen lockigen schwarzen Haaren zu sehen. Das klingt nicht schlecht, keine Frage. Aber hätte ich das Cover vor dem Druck gesehen, hätte ich anmerken können, dass so eine Perosn gar nicht auftaucht - oder ich hätte ihn noch schnell reingeschrieben und später umgebracht, ich bin da nicht so. Nun gut, mit "Ulldart" begann also alles. Durch die Zwergenreihe bekam ich dann meine Popularität, deswegen liegt mir auch diese Reihe am Herzen. Bei der Albae-Reihe durfte ich sehr viel bei der Covergestaltung selbst bestimmen. So bekommt man zu jedem einzelnen Buch einen gewissen Bezug und ich kann mich wirklich für keines entscheiden, welches ich explizit empfehlen würde.

lebens[leseliebe]lust: Was lesen Sie privat?

Markus Heitz:
Gar nicht so viel. Wirklich! Früher habe ich viel klassische Literatur und High Fantasy gelesen. Jetzt lese ich eigentlich nichts aus "meinem" Genre, einfach um den Kopf frei zu bekommen. Natürlich lese ich viel aus Recherchezwecken, je nach dem was ich eben gerade nachforsche. Aber ich recherchiere auch viel vort Ort, z.B. im Krankenhaus oder der Pathologie. Wenn man dann als Antwort auf die Frage bekommt: "Das wäre sehr ungewöhnlich, hatten wir so noch nicht." ist das doch schon sehr interessant. Aber eine Leseempfehlung habe ich tatsächlich: Torsten Sträter.

Autogrammgeil wie ich bin musste er das Zwergenbuch signieren
 lebens[leseliebe]lust: Was war das schrägste Autogramm, was Sie je gegeben haben?

Markus Heitz:
Ich sage ja immer, ich signiere alles. Das stimmt. Ich habe schon die Bibel signiert und auch von Bernhard Hennen "Die Elfen". Das schrägste passierte mir mal auf einer Lesung, da kam ein junges Mädel zu mir und sagte: wenn alle weg sind, hab ich was zum signieren. Ich dachte mir: okay, wieso nicht. Als dann wirklich alle Leser weg waren, kam sie wieder, zog sich die Bluse aus, verdeckt den Vorderteil und zeigte mir ihren Rücken. Sie hatte das Cover von Albae 2 tattowiert : den kompletten Rücken entlang und ich sollte nun unterschreiben. Was ich tat. Dann telefonierte sie kuzr und sagte zu mir: cool, mein Tattoowierer ist nocht da, ich lass das jetzt nachstechen.

Hier noch fix ein Bild von der Lesung in Ilmenau
lebens[leseliebe]lust: Ilmenau ist nun eher klein. Stört sie das, vor nur 45 Leuten zu lesen?

Markus Heitz: Ich habe schon vor 2000 Leuten, aber auch schon vor 20 Leuten gelesen. Es ist immer eine Erfahrung. Einmal habe ich in einem Fremdenzimmer geschlafen, in der auch eine Metzgerei war. Da geht die Fantasie eines Horrorautors schnell mit einem durch...



Vielen Dank für das lustige Interview und eine tolle Lesung (später mehr dazu).

Ehrlich, ich hatte schon megahohe Schuhe an, aber Markus Heitz ist einfach riesig.

Kommentare:

  1. Oh das ist aber ein schönes Interview über Markus Heitz. Hast du da die Antworten mitgeschrieben oder per Gerät aufgenommen?
    Schöne bilder, besonders die von euch zusammen =)

    LG Sheena

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    1. Hallöchen,

      ich bin ein konservativer Journalist und habe ein eigenes Abkürzungssystem, sodas sich sehr schnell mitschreiben kann.

      LG & Danke ;)

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