Montag, 31. März 2014

[Rezension] Eve und Adam

 

Titel: Eve & Adam

 

Autor: Katherine Applegate und Michael Grant
Preis: 16,99 € (Hardcover)
eBook
: 12,99 €

Seitenzahl: 352
Verlag: Ravensburger
Weitere Infos: Hier
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Inhalt 
Evening erwacht nach einem folgenschweren Unfall im Krankenhaus. Sofort will ihre einflussreiche Mutter sie in ihre Privatklinik überführen. Was Evening noch nicht weiß: ihre Wunden heilen schneller als sie sollten.
Um ihre Tochter abzulenken und ihr die Zeit zu vertreiben, lässt sie Eve einen künstlichen perfekten Menschen durch ein Programm erstellen. Als Adam, der am Computer erschaffene Mensch, dann tatsächlich vor ihr steht, merkt Eve, dass ihre Mutter so einige Geheimnisse vor ihr hat.

Wie hat's mir gefallen
Vermutlich waren einfach meine Erwartungen an die beiden hervorragenden Schriftsteller zu hoch, denn wirklich mitgerissen hat mich "Eve und Adam" keinesfalls. Weder ging mir Eves Unfall sehr Nahe, noch konnte ich einen Draht zu Evening aufbauen, noch waren die Geheimnisse eine große Überraschung. 
Schon als Eve im Krankenhaus erwacht, war Solo für mich der einzige Lichtpunkt der Handlung. Er wirkt sehr mysteriös, mutig und man wünscht sich, dass sich Eve nicht für Adam sondern für ihn entscheidet.

Das Buch wird aus drei Perspektiven erzählt: Eve, Solo und später auch aus Adams Sicht. Tatsächlich fand ich die Szenen aus Solos Sicht am interessantesten, da er für mich der Protagonist mit der meisten "Farbe" war. Die Kapitel werden oft abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir wiederum sehr gut gefallen hat, denn man bekommt ganz verschiedene Einblicke in verschiedene Denkweisen. Adam, der künstlich erschaffene Mensch, denkt teilweise sehr mechanisch, aber auch naiv, da ihm einfach die Erfahrung fehlt. Das war im Vergleich zu den sonst eher nüchternen Erzählungen ganz amüsant und abwechslungsreich.

Dennoch fehlte mir immer das Mehr. Cover und Klappentext ließen mich auf eine dystopische Liebesgeschichte vermuten, doch der emotionale Part steht eher im Hintergrund der Handlung. Vordergründlich behandeln die beiden Autoren wissenschaftliche Prozesse mit Menschenexperimenten, deren Auswirkungen und deren soziale Verantwortung. Selbstverständlich sind diese Themen ebenso wichtig, ebenso spannend, aber es fehlte mir immer an Tiefgang. Hier hätte ich mir lieber 200 Seiten mehr gewünscht, mehr Inhalt, mehr Details, einfach Mehr. Ich war so oft unbefriedigt, Fragen wurden nicht geklärt und mir fehlten einfach zusätzliche Szenen, dass ich nach dem Ende sehr enttäuscht war. Dennoch: die Idee allgemein ist nett und schön verpackt, auch wenn das Potential der Geschichte nicht vollends ausgenutzt wurde.

Der Schreibstil gefiel mir erst gar nicht, da viele Sätze abgehackt und kurz sind. Erst nach und nach habe ich begriffen, dass man hier zwischen den Zeilen lesen muss, denn nicht alles wird angesprochen und viel wird nur angedeutet. Das wiederum gefiel mir sehr gut, denn die Autoren reißen durch sprachliche Mittel viel wieder raus - leider nicht so viel, dass man den mangelhaften Inhalt ausbügeln könnte. Wer sprachliche Raffinessen liebt, ist hier genau richtig.

Alles in allem ein eher durchschnittliches Buch mit einem interessantem Thema, außergewöhnlich gutem Schreibstil und einem leider zu mageren Inhalt.

Cover
Das Cover ist sehr bezaubernd. Einerseits gibt es diesen durchsichtigen Pergamentumschlag, auf dem viele technische Details abgedruckt sind, andererseits gibt es den minimalistischen Buchdeckel, der Eve in ihrer vollen ungeschminkten Schönheit zeigt. I love it!

Gut zu wissen
Das Buch ist abgeschlossen. Die Handlung wir aus zwei Perspektiven erzählt, da fließen die beiden Meinungen der beiden Autoren sehr schön mit ein. Tolle Coproduktion. 

Für Fans von
- "Wie Monde so silbern" von Marissa Meyer

Fazit

Zu viel Potential wurde bei Inhalt und Charakteren verschenkt, dass auch der zum nachdenken anregende Schreibstil nicht mehr viel retten konnte. Dennoch haben mich die Grundidee und der Clou am Ende überzeugt, sodass ich mich unterhalten fühlte. "Eve und Adam" ist ein kurzweiliges Buch für Zwischendurch.

Bewertung 3,5/5


Kommentare:

  1. Hmm dann werde ich das wohl auch nicht lesen... schade!

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    1. Ja, so ging es mir auch... ich hab immer gehofft, da kommt noch was

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