Mittwoch, 13. August 2014

[Rezension] Colours of Africa


Colours of Africa

 

Autor: Ellen Alpsten
Preis: 9,95 € (weiches Hardcover)
eBook: 7,99 €
Seitenzahl: 280
Verlag: Coppenrath
Mehr Infos: hier
Leseprobe: <<klick>>





 
Inhalt

Ava hat ihr Abitur bestanden und fragt sich nun, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Durch Zufall erfährt sie von einer Hilfsorganisation in Afrika und reist spontan in das Land der Giraffen, Löwen und Elefanten. Dort begegnet sie den heftigen Extremen: sie trifft auf Armut und Elend aber auch auf Reichtum und Protz. Doch ihr Leben in Afrika wird nicht nur durch Elend und Parties bestimmt. Ava lernt dort zwei charmante Männer kennen: James und Mats. Wer tatsächlich ihr Herz erobern kann und wie sie die Zeit in Afrika übersteht, das liegt noch im Ungewissen.

Wie hat's mir gefallen

Zu Anfang hatte ich echt Probleme mich in die Geschichte einzufinden, da mir Ava sehr unsympathisch war. Sie schien das typisch verzogene Gör zu sein, das im siebten Himmel lebt ohne diesen wirklich schätzen zu können. Doch dann taucht man immer mehr in die Gefühls- und Gedankenwelt der unsicheren Jugendlichen ein, die sich fragt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Ich fühlte mich sofort in die Zeit zurück, als ich Abitur gemacht hatte. Auch wenn ich immer wusste, wohin meine Reise gehen sollte, so konnte ich Avas Gedanken und Ängste durchaus verstehen. Nicht jeder weiß, was das Leben für ihn bereit hält. Gerade Jugendliche im selben Alter fühlen sich hier aufgehoben und verstanden.

Ava wagt den Schritt und bricht Hals über Kopf nach Afrika auf. Sie weiß nicht, was sie dort erwarten wird. Hat sie zuerst nur die zwei attraktiven Männer James und Mats im Kopf, so lernt sie Stück für Stück das Land besser kennen. Dabei lernt Ava, dass es in Afrika zwei Extreme gibt: Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es ist schwierig in so einem Land nicht den Mut und den Glaube an die Menschheit zu verlieren, aber Mats und James versuchen sie jeweils auf ihre eigene Art abzulenken und ihr eine andere Seite von Afrika zu zeigen.

Die Charaktere des Buches sind sehr unterschiedlich. Ava wandelt sich von der verzogenen Göre zur verantwortungsbewussten jungen Frau. Sie lernt ihren Weg zu gehen, Entscheidungen zu treffen und anderen zu helfen. Es ist schön ihr dabei zu zusehen, wie sie wächst und sich weiterentwickelt. Gut, dass ihr dabei einige Helfer zur Seite stehen.
Besonders interessant fand ich ihre Freundin aus den Slums, die nichts hat und dennoch immer weiter kämpft. Ava lernt durch sie, wie kostbar das Leben ist und das die Familie das größte Geschenk ist.
Dann gibt es da noch Mats und James, aber da ich es hasse gespoilert zu werden, müsst ihr selbst herausfinden, welcher der richtige Mann für Ava ist. Vielleicht ist es aber auch gar keiner der Beiden und der Richtige wartet Zuhause auf sie?

Was mich ein bisschen gestört hat, waren die Klüfte. Einerseits gibt es in den Slums kaum Nahrung und Unterkünfte, aber es werden Kunstangebote für Kinder angeboten. Sicherlich ist es wichtig, dass sich die Kinder kreativ austoben - aber sollte nicht Nahrung und ein ordentliches Dach über dem Kopf an erster Stelle stehen? Natürlich ist es auch wichtig, dass sich die Helfer austoben und ihren Spaß haben, aber es wirkt bizarr, wenn Ava Gin trinken geht, während ihre Freundin so große Not erleidet. Das bringt mich leider zum nächsten Punkt. Die Schwester ihrer besten Freund lebt im Slum und sie muss sich um ihre zahlreichen Geschwister kümmern. Leider reicht ihr Geld nicht um die totkranke Schwester behandeln zu lassen, aber für eine ausführliche Shoppingtour sind ausreichend finanzielle Mittel da? Natürlich braucht die Schwester einen Ausgleich und Kleidung ist dort sicher auch billig, doch diese Szene konnte ich der Autorin leider nicht abkaufen, denn sonst ist die Schwester darauf bedacht vernünftig und hilfsbereit zu sein - das passte einfach nicht. Deswegen musste ich bei der Bewertung auch leider einen Punkt abziehen.

Alles in allem ist das Buch ein sehr tiefgehendes, bewegendes Buch. Es führt junge Leser sehr bedacht an die Thematik heran und zeigt, wie gut es uns einerseits geht und wie andererseits Menschen leiden. Nach dem lesen kann man alltägliche Dinge wie eine Wohnung oder einen gefüllten Kühlschrank zu haben besser schätzen und vielleicht fühlt sich der ein oder andere auch berufen, etwas zu ändern und anderen zu helfen. Gerade das gefällt mir sehr gut an dem Buch. Dabei schafft die Autorin den Sprung eine zarte und doch intensive Liebesgeschichte einzubauen, die mich sehr berührt hat. Dieses Buch hat mich auf vielen Ebenen angesprochen und begeistert und ich hoffe, ich kann es dem ein oder anderen schmackhaft machen.

Cover/Buchgestaltung
Das Buchcover ist wirklich wunderschön. Erwähnenswert ist auch die Machart des Buches. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Taschenbuch und Hardcover. Obwohl die Hülle eher fest ist, ist sie dennoch flexibel und erleichtert ein angenehmes Lesen ohne Leserillen zu hinterlassen. Ich hätte gerne mehr solcher Bücher!

Gut zu wissen
Es handelt sich hierbei um eine abgeschlossene Geschichte. Wer mehr von der Autorin Lesen will, sollte unbedingt bei "Sommernachtszauber" zuschlagen.

Für Fans von

* "Marrakesh Nights" von Heike Abidi
* "Sommernachtszauber" von Ellen Alpsten

Fazit

"Colours of Africa" ist ein Buch voller Extreme: es geht um Armut und Not, um Parties und Geld, um Freundschaft und um Liebe, doch vor allem geht es um ein junges Mädchen, dass seinen Weg im Leben finden muss. Wieder einmal konnte mich Ellen Alpsten mit ihrem jugendlichen Schreibstil und ihren malerischen Schausplätzen begeistern.

Bewertung 4/5

 


Kommentare:

  1. Oh, das klingt nach etwas Besonderem. Das wandert gleich mal auf die Wunschliste. :)
    Schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Danke dir, das Buch ist auch ganz bezaubernd

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