Mittwoch, 10. September 2014

[Rezension] Als Opapi das Denken vergaß


Als Opapi das Denken vergaß

 

Autor: Uticha Marmon
Preis: 13,95 € (Hardcover)
Seitenzahl: 160
Altersempfehlung: ab 9 Jahre
Verlag: magellan
Mehr Infos: hier






 
Inhalt
Mia geht eigentlich gerne zur Schule, sie ist nicht einmal ein Morgenmuffel, doch heute mag sie nicht recht aufstehen, denn heute ist etwas anders: Opapi zieht zu ihrer Familie. Ihr Urgroßvater leidet an Demenz und kann nicht mehr alleine wohnen. Sie hilft ihm sich zu erinnern, doch an manchen Tagen will das einfach nicht gelingen. Außerdem ist da auch noch der freche Bertie, der neue Junge aus dem Haus, mit dem man so manchen Schabernack treiben kann.

Wie hat's mir gefallen
Uticha Marmon greift ein ernstes Thema auf und packt es in eine wunderbare kindgerechte Geschichte. Alles beginnt mit Mia, ihren Zwillingsgeschwistern und ihren Eltern. Alles scheint normal und alltäglich. Matheprobleme scheinen das Schlimmste zu sein, welche die junge Schülerin hat. Doch dann zieht ihr Urgroßvater, der Opapi, zu ihr. Er leidet an Demenz und vergisst immer häufiger, wie man sich die Schuhe zubindet oder gar wer alle um ihn herum sind.

Die Geschichte ist ganz bezaubernd gestaltet und der Inhalt scheint keineswegs langweilig. Bertie, der mysteriöse neue Junge haucht der Geschichte dasgewisse Etwas ein. Auch wenn erwachsene Leser von Anfang an der Mysterium um Bertie zu lösen wissen, so ist es für Kinder doch eine tolle Entdeckungsreise und eine wunderschöne Metapher. Selbstverständlich sollte man selbst ein wenig Kreativität besitzen um die blühende Fantasie von Mia nachvollziehen können, aber gerade Kinder werden das schnell verstehen und lieben.

Was mir ganz besonders gefallen hat, war der Schreibstil. Die Autorin wirft philosophische Fragen in den Raum, die nicht nur für Kinder interessant sind: Wie kann es sein, dass Erinnerungen scheinbar verloren gehen, die doch gelebt wurden? Schrecklich was der Troll (=Demenz) dem Menschen antun kann und wie schlimm das Vergessen ist. Doch die Autorin zeigt nicht nur die Schattenseiten, im Gegenteil. Sie zeigt dem Leser wie man mit solch einer schwierigen Situation umgehen kann und wie auch Kinder helfen können, dass sich Demenzkranke besser fühlen.
Zudem ist der Schreibstil nicht zu kindlich - ein Erwachsener hat beim Lesen wirklich viel Spaß, auch wenn es sich hierbei nur um eine kurze Lektüre handelt.

Einziger Kritikpunkt ist für mich der Titel. Besser wäre "Als Opapi das Erinnern vergaß", denn obwohl er aufgrund seiner Krankheit immer wieder Dinge vergisst und kindlicher wird, so hört er nicht schlagartig auf zu denken.

Ein wunderbares Buch zum (vor)lesen!


Cover/Buchgestaltung
 
Das Buch ist sehr hübsch und qualitatov hochwertig gestaltet. Man fasst es gerne an, man schaut es gerne an und noch lieber liest man es.

Gut zu wissen
"Als Opapi das Denken vergaß" ist ein Kinderbuch für Kinder ab 9 Jahren, eignet sich aber genauso für junge Erwachsene, Mamas und sicher auch für die ein oder andere Oma.

Für Fans von
* "Glücksdrachenzeit" von Katrin Zipse
* "Tuesday und der Zauber des Anfangs" von Angelica Banks

Fazit 

Dieses Buch berührt nicht nur Kinder! Geschickt wird hier ein schreckliches Schicksal beschrieben und mit viel Leichtigkeit aufgearbeitet. Die Autorin begeistert mit ihrer  fantasievollen Geschichte nicht nur Kinder!

Bewertung 5/5

 

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