Mittwoch, 28. Januar 2015

[Rezension] Saeculum von Ursula Poznanski


Saeculum

 


Autor: Ursula Poznanski
Preis: 14,95 € / 9,99 € (Klappbroschur)
eBook: 9,99 €
Seitenzahl: 496
Verlag: Loewe
Weitere Infos: Hier







Inhalt
Bastian studiert Medizin, lernt fleißig und hat auch sonst wenig mit Abenteuern am Hut. Fünf Tage im tiefsten Wald ohne Strom, Handy und Heizung? Das wäre normalerweise nichts für den Musterstudenten, doch Sandra zu liebe traut er sich und beginnt eine spannende Reise in die Vergangenheit. Bastian, Neuling in der Live-Rollenspiel-Gruppe, hat keine Ahnung, worauf er sich da eingelassen hat. Schlafen in regennassen Klamotten bei absoluter Finsternis ist da noch Zuckerschlecken.
Doch als die ersten Schreie des Nachts ertönen und die ersten Mitspieler verschwinden, kann er nur ahnen, wo er da hineingeraten ist.

 
Wie hat's mir gefallen

Das Buch beginnt relativ ruhig, denn die Autorin gibt Bastain und dem Leser die Chance sich gemächlich in das Rollenspiel im Mittelalter einzufinden. Stück für Stück erfährt man, worauf man achten und worauf die Spieler verzichten müssen. Was wie ein großes Abenteuer beginnt, wird in der einsamen Wildnis schnell zum schrecklichen Erlebnis, denn die Spieler verzichten nicht nur auf Strom, Zelte und Handys - Bastian muss auch seine Brille abgeben, denn die gab es damals noch nicht.

Der Schreibstil des Buches ist unglaublich ausdrucksstark und beängstigend zugleich.  Ich hatte beim Lesen absolute Panik, Herzklopfen und musste immer das Licht anmachen. Ursula Poznanski beschreibt so detailliert und stimmungsvoll, wie es kein Film besser zeigen könnte. Ich war live dabei, war ein Teilnehmer von Saeculum und könnte schwören, dass ich alles miterlebt habe: Angefangen von der rabenschwarzen Nacht bis hin zu dem strömenden Regen. Ich habe Menschen schreien höre, bin zusammengeschreckt, wenn Äste geknackt haben und ich hatte Todesangst.
Werden die Szenen zunehmends spannender, so werden die Sätze kürzer und staccatoähnlicher. Die Autorin lenkt den Leser, genau wie das namenslose Grauen die Spieler von Saeculum lenkt.
Besonders gut gefielen mir die Zettel, auf denen Rätsel in Reimen standen. Manches konnte man sich denken, an anderen Rätseln bin ich beinahe verzweifelt. Absolut genial gemacht!

Die Handlung ist mal etwas ganz anderes: ein Live-Rollenspiel in der Wildnis. Wirklich verraten möchte ich nicht zu viel, nur so viel: die jungen Erwachsenen campen auf einem verfluchten Ort und stören die Ruhe der Toten, was nicht unbestraft bleiben wird.

Anfangs hatte ich so meine Probleme mir zu merken, wer wer ist (da jeder neben seinem eigentlichen Namen noch einen Rollenspielnamen bekommt), doch nach und nach kam ich klar. Einige Personen waren mir schon von Anfang an unsympathisch, wie Sandra. Sie ist offensichtlich neidisch, weil ihre hübsche Freundin immer die Aufmerksamkeit bekommt - das schien mir schon etwas seltsam. Doch zum Glück erzählt der sympathische Musterstudent Bastian die Handlung. Auch wenn er mir manchmal zu pragmatisch und zu wenig einfühlsam war, mochte ich ihn sehr. Er gibt nichts auf den Fluch, auf die Rätsel, denn er glaubt nur an die Dinge, die er wissenschaftlich erklären kann. Ich selbst war zwischendurch schon so weit und habe den Fluch geglaubt.
Anfangs fand ich es sonderlich, dass die seltsame Iris auch zu Wort kommt. Wer ist sie? Was hat sie zu erzählen? Stück für Stück sympathisierte ich mit dem verrückten jungen Mädel und fand es schade, dass ich nicht ihren Harfenstücken zuhören konnte.
Die Charaktere sind sehr gut ausgesucht, sind sehr verschieden und passen dennoch gut zusammen. Die Autorin hat hier eine bunte Mischung an Protagonisten ausgewählt.

Einen Punkt musste ich leider für das abrupte Ende abziehen. Irgendwie hatte ich da doch noch einen Clou hinter dem Clou erwartet, denn den großen Schocker konnte man schon länger erahnen. Ich hatte mich auf die Lauer gelegt und dachte: da kommt noch mehr und wurde leider etwas enttäuscht.
Dennoch war das Buch durch und durch spannend, nervenaufreiben und genial geschrieben. Ich will definitiv noch viel mehr von der Autorin lesen.

Cover/Buchgestaltung
Oh ja, das Cover passt wie die Faust auf's Auge. Ich mag die Klappbroschur, die auch nach einmaligem Lesen nicht zerfurcht ist und ich mag die 3D-Prägung auf der Frontseite, denn ich fühle gerne mein Buch.

Für Fans von
* "Erebos" von Ursula Poznanski
*
"Lost Places" von Johannes Groschupf

Fazit

"Saeculum" ist nicht nur ein absolut spannender und realwirkender Thriller im YoungAdult- Genre, es überzeugt zudem mit einem atemraubendem Schreibstil, der die verfahrene Situation so echt wirken lässt. Trotz des leicht vorhersehbarem Ende, hatte ich viel Spaß und teilweise Herzrasen, weil alles so spannend, verzwickt und finster war.

Bewertung 4/5

Kommentare:

  1. Das klingt sehr interessant! Ich kann mir gut vorstellen, wie erschreckend so etwas, selbst wenn es nur ein gut geplanter Plot der SL ist, wirkt - man vergisst beim LARP zu schnell, dass es eigentlich nur Spiel ist. Umsomehr würde mich das Buch reizen, um zu erfahren, ob denn da auch alles nur Spiel war!

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    1. Ja, lies es. Unglaublich spannend und die mystischen Elemente wurden super eingebunden.

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  2. Huhu,
    deine Rezi klingt ja schon mal super :)
    Erebos und Fünf fand ich schon mal ziemlich klasse, ich hoffe ich werd Saeculum auch bal mal lesen ^^

    LG ♥

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    1. Erebos muss ich auch gaaaaanz dringend lesen

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  3. Hey, tolle Rezi von einem tollen Buch!
    Ich bin ein großer Fan von Frau Poznanski, Erebos ist ebenso beängstigens genauso wie "Die Veratenen" . . .ihr Stil ist wirklich sehr bewegend und es freut mich wirklich zu hören, dass auch andere Menschen solche Angst und Herzrasen bekommen haben xD Poznanski wird bei mir immer nur mit ganz viel Licht gelesen xD
    Ich wpnsche dir noch viel Spaß bei Erebos und co :)
    Liebe Grüße und mach weiter so♥
    Jacky

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