Samstag, 21. Februar 2015

[Rezension] Der Wald der träumenden Geschichten

Der Wald der träumenden Geschichten

 

Autor: Malcom McNeill
Preis: 16,99 € (Hardcover)
eBook: 14,99 €
Seitenzahl: 544
Verlag: Fischer KJB
Weitere Infos: Hier
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Inhalt
Wo Max herkommt und wer er ist, können ihm nicht einmal seine Adoptiveltern sagen. Doch das ist nicht das einzige Rätsel im Leben des kleinen Waisenjungen: Er besitze die Gabe, Menschen verschwinden zu lassen, erfährt er von zwei unheimlichen Fremden, dem eigenbrötlerischen Wissenschaftler Boris und der phantastischen Mrs Jeffers. Ob das Verschwinden seiner Eltern mit seinem Fluch zu tun hat?
Die Lösung beider Rätsel liegt tief verborgen im »Wald des Anfangs«, dem Ursprung aller Geschichten bevölkert mit phantastischen und magischen Wesen, die Max bei seiner Suche helfen und ihn begleiten.     Quelle


Wie hat's mir gefallen
Es fllt mir unglaublich schwer, dieses Buch zu bewerten, denn die ersten Seiten und Kapitel sind literarisch anspruchsvoll, fesselnd, bezaubernd und wunderschön. Ich habe mir zahlreiche Zitate angestrichen und sie immer und immer wieder durchgelesen. Doch dann beginnt der zweite, düstere und absolut groteske Handlungsstrang, mit dem ich leider nichts mehr anfangen konnte.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt: Das Verschwinden, Der Wald des Anfangs und Der Drachenjäger. Gerade Abschnitt eins hatte mich sehr verzaubert, denn hier wird der Leser nicht nur in die ungewöhnlichen Geschehnisse eingeführt, man merkt die Liebe zur Literatur und zur Sprache. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob Leser ab 10 Jahren mit dem doch sehr anspruchsvollen Schreibstil klarkommen, so hatte ich viel Freude an dem ersten Abschnitt und konnte gar nicht erwarten weiter zu lesen. Doch was dann kam, hätte ich nie erwartet.

Dann kam der Schimmel. Die Schatten. Der Schimmel. Das Grauen. Und ach ja: der Schimmel. Hab ich den Schimmel erwähnt? "Der Wald des Anfangs" ist so ganz anders als sein Vorgängerabschnitt und ich kam kaum in die Handlung hinein. Immer wenn ich dachte, es packt mich, folgte die Handlung einem grotesken Strang, dem ich leider nicht folgen konnte. Ich gebe es zu: in diesem Abschnitt habe ich das Buch viele Male weggelegt und ein anderes gelesen. Ich konnte und wollte mich nicht aufraffen mehr über schimmelige Ecken zu lesen. Jedoch hatte ich Mitleid mit dem armen kleinen Ding von einem Protagonisten und las weiter. Max wird im Klappentext sympathisch und mitleiderregend beschrieben, doch ich habe kaum Zugang zu ihm, seinem Charakter und seinen Handlungen bekommen. Er war mir fremder, wie er kaum sein könnte als Protagonist.
So durchdacht die Geschichte auch sein mag: alles scheint unzusammenhangslos und merkwürdig. Gerade die Gedankenwelt von Max war für mich verwirrend, bizarr und durch und durch skurril.

Das Ende wiederum hat mich positiv überrascht. Der Epilog erinnert sehr an den Anfang und gefiel mir außerordentlich gut. Man wird gezwungen darüber nachzudenken, ein eigenes Ende zu finden und so etwas mag ich außerordentlich. Jedoch denke ich auch hier, das Kinder und auch "junge" Jugendliche nicht mit Schreibstil, Handlung und den Wendungen klarkommen. Nicht nur die düsteren Elemente werden junge Leser abschrecken, sie werden nicht derart hinter den Zeilen lesen, wie es Erwachsene später machen werden. Selbst ich bin nicht sicher, ob sich mir der Inhalt und die Botschaft des Buches in Gänze offenbart hat. Ich habe lange über das Ende nachgedacht und kam doch zu keinem eindeutigen Schluss - was ich keineswegs negativ beurteile.

Alles in allem hatte der Autor hier eine schöne absolut neuartige Idee, verlor aber leider in der Mitte des Buches den Faden und schickte den Leser auf eine wunderliche Reise durch Träumereien und Wissenschaft. Nur wirklich abenteuerlustige und offene Leser sollten einen Blick riskieren.

Cover/Buchgestaltung

Das war mal wieder ein typischer Coverkauf. Das Cover ist einfach sensationell. Düster, märchenhaft, magisch und grausam. Ich wollte gar nicht glauben, dass es sich hier um ein Kinderbuch handeln soll. Schlägt man das Buch auf, sieht man schön gemalte Szenen, die ebenso dunkel und düster sind. Das Buch ist sehr dick, hat eine angenehme Schriftgröße und schöne feste Seiten. Auch in den Kapiteln wird mit Schriftarten, hübschen Designelementen und Bildern gearbeitet, was mir sehr gut gefallen hat.

Gut zu wissen

Es handelt sich hierbei um ein Einzelband. Auch wenn es teilweise als Kinderbuch eingeordnet wird, empfehle ich es eher Jugendlichen und Erwachsenen. Für Kinder ist es doch zu düster.

Für Fans von
* "Die Seltsamen"
von Stefan Bachmann
* "Dunkelsprung" von Leonie Swann

Fazit
Ungewöhnlich, skurril, merkwürdig
: nur Leser, die zu allem bereit sind, sollten sich auf diese düstere Reise durch Literatur, Wissenschaft, Träume und Schimmel begeben. Ich habe mich leider im "Wald der träumenden Geschichten" verirrt und kam erst gegen Ende mühsehlig zurück. Was literarisch wertvoll und anspruchsvoll begann, endete in einer verwirrenden Handlung, die mich leider nicht überzeugen konnte.
Tipp: Kinder sollten nicht mit diesem Buch alleinegelassen werden!

Bewertung 2/5

Kommentare:

  1. Ohweia. Das ist ja gar nicht gut weggekommen! Ich hab das Buch auch noch auf meinem SuB, aber nach dem Fazit reizt es mich leider nicht mehr so... naja, gelesen wird es trotzdem, wenn es schon mal da ist. :)

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  2. Oha, vor langer Zeit hatte ich das Buch mal auf der Wunschliste. Es hat sich mittlerweile wieder vom Acker gemacht und wenn ich deine Rezi so lese, dann bin ich auch ganz froh drum :X

    Liebe Grüße :)

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