Mittwoch, 27. Mai 2015

[Rezension] Girl Online von Zoe Sugg


Girl Online

 

Autor: Zoe Sugg
Preis: 14,99 € (Klappbroschur)
eBook: 11,99 €
Seitenzahl: 416
Verlag: cbj
Weitere Infos: Hier









Inhalt
Die fünfzehnjährige Penny vearbeit alle peinlichen Alltagserlebnisse in ihrem Blog und versteckt sich hinter dem Pseudonym Girl Online. Gerade die Anonymität bietet ihr den Schutz und die Geborgenheit, die ihr in der realen Welt oft fehlen. Außer ihrem besten Freund Elliot ahnt niemand, wer sich hinter Girl Online versteckt, dessen Fangemeinde immer größer wird. Im wahren Leben ist Penny alles anderes als beliebt und auch ihre Tollpatschigkeit bessert daran nicht, Zum Glück kann sie über Weihnachten mit ihrer Familie nach New York fliegen. Dort erlebt sie nicht nur ihr schönstes Silvester, sondern lernt auch den unnahbaren Noah kennen, in den sie sich unterblich verliebt. Doch Noah war Penny gegenüber nicht immer ehrlich...

Wie hat's mir gefallen
Ich gestehe, ich war neugierig was es mit dem Hype um Zoella auf sich hat und wie wohl ihr Buch sein wird. Deswegen ging ich vermutlich mit zu hohen Erwartungen an die ganze Sache heran. Vom Inhalt her, erwartet den Leser nichts Neues: Schüchternes Mädchen öffnet seine Seele nur online und trifft durch Zufall Traumprinz, der selbst ein Doppelleben führt. Das haben wir schon oft genug gelesen, dennoch kann ich davon nicht genug bekommen - wenn es denn gut umgesetzt ist.

Penny, Bloggerin aus Leidenschaft, ist tollpatschig, unbeliebt und unzufrieden mit sich selbst. Ihr Schwarm interessiert sich nicht die Bohne für sie, alle Welt lacht über ihren peinlichen Bühnenauftritt und sowieso möchte Penny nur weg. Zum Glück bekommen ihre Eltern ein tolles Angebot, sodass sie zusammen mit ihrem schwulen besten Freund Elliot von Brighton nach New York über Weihnachten fliegt. Ich war wirklich enttäuscht über den Ortswechsel. Ich liebe Großbritannien, den britsichen Akzent, die Landschaft, die Kultur und die Geschichte. Ich liebe Backsteinhäuser und kleine Gasse und habe wenig übrig für überfüllte Einkaufsmeilen und Hochhäuser. Bin ich denn der einzige Leser, der England viel romantischer und sehenswerter findet als den Big Apple? Zum Glück gibt es in New York "Brooklyn Boy", der Penny (und mich) aufheitern konnte.

Okay, es war schon etwas vorhersehbar. Deswegen war ich beim zweiten Drittel des Buches gelangweilt und wollte gar nicht recht weiterlesen. Wieso schwärmen nur alle für dieses Buch? Es ist derart durchschnittlich, dass ich den Wirbel nicht verstand. Das Ende konnte mich zwar wieder versöhnen, bot aber auch keinen neuen Stoff, um sich darüber zu unterhalten. Alles in allem war das Buch ganz nett, aufheiternd und lustig. Sprachlich gesehen war es eher unspannend und gerade die Blogbeiträge, auf die ich so gesetzt habe und mich lange Zeit gefreut habe, waren eher Kategorie fremdschämen. Wie kann eine so erfahrene Bloggerin solche schlechten und kindlichen Blogbeiträge verfassen? Auch wenn dies sicher auf die 15jährige Penny angepasst ist, so verstehe ich nicht, wie Zoe Sugg ihr dann 10000 Follower andichten kann. Da war ich doch überrascht. Da aber die Blogbeiträge nicht dominieren, konnte ich getrost darüber hinwegsehen.

Was mich an dem Buch sehr störte, waren die "Zufälle", die wirklich immer dann kamen, wenn Penny nicht mehr weiter wusste. Alles was passiert, scheint aber zu gezwungen und etwas zu perfekt. Penny passiert etwas peinliches in der Schule und sie will sofort weg? Na zum Glück bekommt ihre Mutter ein Jobangebot in New York. Das Diadem für die Hochzeit ist kaputt und nirgends gibt es ein viktiorianisches Alternativdiadem? Zum Glück ruft zufällig ein Antiquariat an und hat ein neues. Das war mir alles zu passend und so auffällig "zufällig", dass ich schon richtig genervt war. Ich verzeie Zoe Sugg dies, da es ihr erstes Buch ist, hoffe aber, dass es in Band 2 etwas stimmiger zugehen wird. Und hoffentlich spielt Band 2 in England...

Cover/Buchgestaltung
Ehrlich gesagt gefällt mir das Cover sehr gut. Sehr selten sieht man die Autorin auf dem Frontcover, aber gerade bei einer so hübschen Bloggerin, kann man da eine Ausnahme machen. Auch wenn sie für mich nicht "Penny" verkörpert, finde ich die Bilder sehr fröhlich, sommerlich und passend.

Gut zu wissen

Am 23.November 2015 erscheint Band 2

Für Fans von
* "Loving"
von Katrin Bongard

* "Sternenküsse" von Giovanna Fletcher

Fazit
"Girl Online" ist eine gute Mischung aus Jugendromanze und der Gefahr, die die Anonymität im Internet mit sich bringt. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten, verstehe aber den Hype um das Buch nur ansatzweise.
Wer tolle Blogbeiträge erwartet, sollte sich lieber Zoellas Blog anschauen als zum Buch zu greifen.


Bewertung 3/5


Kommentare:

  1. Huhu :)

    Ich hab das Buch auch gerade erst rezensiert und fand es als Jugendromanze auch ganz nett - ich fand, es machte einfach Spaß, es war schon witzig. Der Hype ist wohl eher auf Zoella selbst als auf ihr Buch zurückzuführen - für ihre Fanzielgruppe finde ich es aber ein gutes Buch :)

    Schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Marie

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    1. Ja genau, ganz nett trifft es. Es macht Spaß, aber ist kein Stern am Jugendbuchhimmel

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  2. Hallo liebe Inka,

    ich bin mir bei dem Buch noch ein wenig unsicher, ob ich es lesen soll.
    Vorallem jetzt nach deiner Rezi denke ich, dass es "nur" ganz süß ist, aber vielleicht lese ich es in den Sommerferien mal auf Englisch.

    Deine Rezi gefällt mir auf jeden Fall sehr gut! :) <3

    Ganz liebe Grüße und Dir noch einen schönen Abend,
    Hannah
    <3

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    1. Danke dir ;)

      Vielleicht ist es auf Englisch wirklich spritziger und jugendlicher. Es ist eine schöne kurzweilige Geschichte und für den Sommerurlaub ganz gut, aber kein must Read

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