Mittwoch, 27. Januar 2016

[Rezension] All die verdammt perfekten Tage


All die verdammt perfekten Tage



 

Autor: Jennifer Niven
Preis: 14,99 € (broschiert)
eBook: 11,99 €
Seitenzahl: 400
Verlag: Limes
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>> 








Inhalt
Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…    Quelle

Wie hat's mir gefallen
Eigentlich ist es besser jede Rezension und jede Buchbeschreibung zu ignorieren und einfach drauf loszulesen, denn diese Geschichte ist so viel mehr, als man zu Anfang vermutet. 

Die Geschichte startet schon sehr intensiv, denn Finch und Violet treffen sich auf einem Turm und hatten beide einen ähnlichen Gedanken: Was wäre, wenn ich morgen nicht mehr da wäre und einfach springen würde. Beide haben unterschiedliche Gründe aus dem Leben treten zu wollen, obwohl es zuerst scheint, als ob Finch das Leben in besonderem Maße genießt und Violet davon überzeugen muss, wie perfekt Tage sein können.

Finch beschäftigt sich intensiv mit dem "Danach", recherchiert Selbstmordmöglichkeiten und berichtet dem Leser nur bruchstückhaft von seinen "SCHLAF"- und "WACH"-Phasen. Gerade weil der Leser nicht direkt erfährt, was es damit auf sich hat, wird die neugierig geweckt, aber zugleich auch die Wachsamkeit. Ich habe jeden Fußtritt und jedes Wort des Protagonisten ganz besonders betrachtet und versucht, mit einen Reim darauf zu machen. Wovon spricht er? Was verbirgt der Junge, mit der schlimmen Vergangenheit?
Auch Violet verbirgt eine schlimme Vergangenheit, denn ein schicksalshafter Unfall veränderte ihr ganzes Leben. Seitdem ist nichts mehr wie zuvorher und es gelingt ihr kaum die zerbrochenen Stücke ihres Lebens wieder zu kitten. Eigentlich kann sie den Außenseiter und Freak Finch nicht mal leiden, aber ein gemeinsames Schulprojekt zeigt ihr, dass hinter dem verschrobenen Jugendlichen so viel mehr steckt.

Das Buch ist manchmal ruhig, manchmal laut, aber immer emotional und intensiv. Man muss das Buch bedacht lesen, aufmerksam und man muss es rekapitulieren. Vieles wird nicht direkt angesprochen, sondern eher nur am Rande angerissen und gerade diese Szenen scheinen im Nachhinein noch mehr Bedeutung zu gewinnen. Es geht in diesem Buch nicht um schwarz/weiß, Leben/Tod. Sondern es geht um Akzeptanz, Mobbing, Liebe, Freundschaft, Vergangenheit und Zukunft, aber auch um Verlust, Angst, Gewalt und Depression. Viele Themen werden hier aufgegriffen ohne dabei mit dem gehobenen Zeigefinger zu belehren.

Das Ende war vorherzusehen, hat mich dennoch kalt erwischt und hätte zugleich nicht anders sein dürfen. Sicherlich braucht man Zeit zum Verstehen, Zeit zum Verdauen und dann, ja erst dann, wird man das Buch lieben. 


Cover/Buchgestaltung
Ehrlich gesagt mag ich das englische Cover wesentlich lieber, weil es mehr über die Tiefgründigkeit der Geschichte aussagt, aber nach dem Lesen macht das Cover schon Sinn.
 

Für Fans von
* "Die Nacht schreibt uns neu"
von Dani Atkins
* "Vor uns das Leben" von Amy Harmon


Fazit
Wer es gerne nachdenklich, emotional und anders mag, sollte unbedingt zugreifen. Euch erwartet keine geschönte Realität, aber auch keine übertriebenen unwirklichen Szenen. Ihr bekommt ein wunderbares Abbild eines Teils der Gesellschaft, der nicht so oft beleuchtet wird. Dieses Jugendbuch hat mich nachdenklich gestimmt, mich traurig und wütend gemacht und zugleich so froh, denn es gibt verdammt perfekte Tage im Leben von uns allen.

Bewertung 4/5

 

Kommentare:

  1. Hallo Ingrid,

    okay, ich habe dich beim Wort genommen ("Eigentlich ist es besser jede Rezension und jede Buchbeschreibung zu ignorieren und einfach drauf loszulesen, denn diese Geschichte ist so viel mehr, als man zu Anfang vermutet.") und mir deine Rezi NICHT durchgelesen, sondern nur auf die fettmarkierten Buchstaben im Fazit geguckt und das sind: nachdenklich, emotional und anders und das klingt einfach wie für mich geschaffen. :) Ich möchte das Buch unbedingt lesen - du hast mich mit deiner "Nicht"-Rezension extrem neugierig gemacht. :D

    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. :D Das freut mich, wenn es dich dennoch neugierig gemacht hat ^^

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  2. Schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat :)

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    1. Ja, es war wirklich ein Highlight, auch wenn (oder gaerade weil?) es manchmal eher ruhiger zu ging

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