Montag, 18. Januar 2016

[Rezension] Der Hut des Präsidenten


Der Hut des Präsidenten


 

Autor: Antoine Laurain
Preis: 20,00 € (Hardcover)
eBook: 15,99 €
Seitenzahl: 240
Verlag: Atlantik
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>>










Inhalt 
Den Mut haben etwas Besonderes zu kreieren, sich die Freiheit nehmen "Nein" zu sagen, der eigen Chef werden oder einfach nur die Liebe finden. Das sind keine alltäglichen Träumereien, sondern wunderbare Begebenheiten, die durch den Hut des Präsidenten wahr werden. Der Hut wandert von Kopf zu Kopf und verbreitet seine Kraft und seine Magie.
Ein Roman voller (französischem) Charme.


Wie hat's mir gefallen
"Die wichtigen Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details."  S. 28
Und wieder hat mich Antoine Laurain mit nach Frankreich genommen und ab der ersten Seite an verzaubert. Was wie eine Anreihung von Kurzgeschichten beginnt, verstrickt sich nach und nach als eine gut durchdachte Verkettung an gut harmonisierenden Geschichten, die einerseits gut verwoben und andererseits sehr abwechslungsreich sind.
Gerade weil Themen wie Politik, Liebe, Untreue, Berufsaufstieg, Streit, Erfolglosigkeit und Kreativität angesprochen werden, wird für jeden Leser hier etwas dabei sein. Sicher mag man die eine Geschichte etwas mehr als die andere, aber dennoch sind alle voller Zauber, Entschlossenheit und voller Leben.

Schon das letzte Mal begeisterte mich der Autor restlos mit seinem detailliert-beschreibenden und doch knappen Schreibstil (Ja, das geht!), der den französischen Flair auf jeder Seite spürbar macht. Ich schmeckte die frischen Austern während ich bei einem Glas Pouilly-Fuissé in der kleinen Brasserie im
Arrondissement saß und zusammen mit dem Hut des Präsidenten auf eine Reise ging, die ich so schnell nicht vergessen werde. Wieder muss ich sagen: wer es nicht so gerne Französisch mag, wird sich hier nicht Zuhause fühlen. Doch wer einen Kurztrip erleben will, sollte sofort dieses Buch lesen.

Eines lasst euch sagen: lasst euch Zeit mit diesem Buch. Bestenfalls nehmt ihr euch einen langen Sonntag vor. Verschlingt das Buch nicht, sondern genießt es zusammen mit einem warmen Croissant und einem Frühstücksei, kostet die Worte aus, wie einen kühlen Weißwein und lasst euch hineinfallen, wie beim Betrachten eines Kunstwerkes. Hört man erstmal mit dem Lesen auf, fällt es nicht ganz leicht wieder Anschluss zu finden. Gerade weil der Autor den Fokus auf das Wesentliche in den Erzählungen legt, vergisst man schnell Mal wer wer war und deswegen ist es ratsam, das Buch in einem zu lesen oder wenigstens Abschnittsweise, also von Protagonist zu Protagonist. 


Sehr gut gefallen hat mir ebenso die gute Recherche des Autors, denn in dem Buch gibt es so viele Personen des wirklichen Lebens, Gemälde, die existieren und Politiker, die es gab. Da ich selbst erst in den 80ern, in denen das Buch spielte, erst spät auf die Welt kam, schickte mich Antoine Laurain auf eine überzeugende Zeitreise und leerte mich zugleich vieles über die damalige politische Situation, aber auch über Kunst und Architektur. Danke dafür.
Ebenso gefallen hat mir der Epilog, der nicht nur den Kreis schloss, sondern auch den romantisch-veranlagten Lesern eine Gänsehaut verpasste. Selten habe ich einen solch passenden und zufriedenstellenden letzten Satz in einem Buch gelesen.

Abschließen möchte ich meine Rezension mit einem melancholischen Zitat, welches mir seit dem Lesen nicht mehr aus dem Kopf geht:

"Wie konnte man so leicht aus jemandes Leben verschwinden? Vermutlich mit der gleichen Leichtigkeit, wie man hineintrat. Ein Zufall, ein paar Worte, und eine Beziehung beginnt. Ein Zufall, ein paar Worte, und die gleiche Beziehung ist zu Ende. Vorher das Nichts. Danach die Leere." S. 69
Cover/Buchgestaltung
Ich liebe beide Cover des Autors und finde es absolut liebenswert, dass - obwohl es keine Reihe ist - beide Bücher optisch so gut zusammen passen. 
Für Fans von
* "Liebe mit zwei Unbekannten"
von Antoine Laurain
* "Eines Morgens in Paris" von Charles Scott Richardson

Fazit
Frankreichfans müssen unbedingt zugreifen, denn niemand schafft mehr französischen Charme als Antoine Laurain und dessen lebendig-knapper Schreibstil, der mich Wort für Wort begeisterte.

Bewertung 4,5/5

 

Kommentare:

  1. Ist gleich, nachdem ich deine Rezension gelesen hatte, auf meiner Wunschliste gelandet. Warst du bei dem Bloggerevent im Verlag?

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    1. Leider nein - es ist doch ziemlich weit weg für einen Thüringer

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  2. Eine wirklich sehr schöne Rezension!
    Liebste Grüße,
    Phyllis von http://zeilensehnsucht.blogspot.de/

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  3. Dies ist sehr pädagogische Inhalte und gut für einen Wechsel geschrieben . Es ist schön zu sehen, dass einige Leute immer noch zu verstehen, wie ein Qualitäts Beitrag zu schreiben

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  4. Hey, was für ein brillanter Posten, auf den ich gekommen bin, glauben Sie mir, dass ich nach dieser Woche nach dieser Art von Post gesucht habe und kaum darauf gekommen bin. Vielen Dank und sucht noch mehr Beiträge von Ihnen.

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