Mittwoch, 6. Januar 2016

[Rezension] Love and Confess


Love and Confess


 

Autor: Colleen Hoover
Taschenbuch: 12,95 € (Klappbroschur)
eBook: 10,99 €
Seitenzahl: 400
Verlag: dtv
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>>








Inhalt
Als Auburn im Schaufenster einer Kunstgalerie Briefe mit anonymen Bekenntnissen entdeckt, ist sie zutiefst berührt, denn auch sie trägt ein Geheimnis mit sich, von dem niemand wissen darf- vor allem nicht Owen, der junge Künstler mit den grünen Augen, in den sich Auburn mit ungeahnter Wucht verliebt.
Doch auch in Owens Leben gibt es Dinge, die alles zu zerstören drohen, was ihnen wichtig ist.  Quelle


Wie hat's mir gefallen
Alles beginnt recht plötzlich aus Auburns Sicht, die innig liebt und der etwas Tragisches geschieht. Obwohl der Einstieg schnell heruntergerasselt wird und dem Leser kaum die Chance gibt, sich an Adam zu gewöhnen, so war ich doch emotional eingebunden und vergoss das ein oder andere Tränchen. Der anschließende Schnitt war für mich so ein großer Umbruch, dass ich einige Zeit brauchte um mich erneut einzufinden. Doch abermals zog mich Colleen Hoover trotz weniger einführender Worte wieder in den Bann der Geschichte und ich war begeistert. Die (immernoch) junge Auburn trifft auf den kreativen Owen, der seinen Schmerz und seine Gefühle durch seine Bilder ausdrückt. Aber nicht nur seine Gefühle verarbeitet er, sondern er wird inspiriert durch die Geständnisse von anderen.

Ich gestehe: So recht bin ich mit der Charakterumsetzung des Buches nicht warm geworden.
Ich weiß, dass mich alle Colleen Hoover Fans dafür hassen werden, aber die Charaktere waren keineswegs rund. Nicht mal ein bisschen. Obwohl ich es sehr mag, wenn Protagonisten Geheimnisse haben, die mir später ein lautes "Aha" entlocken, so hätte die Autorin entweder mit offenen Karten spielen sollen oder nur aus einer Sicht erzählen können. Da aber der Leser immer im Wechsel von Auburn und Owen die Geschehnisse geschildert bekommt, wundert man sich doch, wieso die Protagonisten erst nicht an das Geheimnis denken und später ihr ganzes Handeln danach ausrichten. Es ist wirklich schwer meinen Kritikpunkt so auszuführen, dass ihr ihn schlüssig versteht und ich euch dabei nicht spoilere. Aber für mich schien es absolut nicht logisch, dass Auburn bis zu einem gewissen Punkt nicht über ihr Geheimnis nachdachte, es nicht mit Owen teilte und nicht so recht danach handelte. Ebenso Owen. Plötzlich waren die Geheimnisse gelüftet und es gab kein anderes Thema mehr. Das wollte (für mich) alles nicht so recht zusammen passen. Dann lieber weniger Geheimnisse und logisch-nachvollziehbare Charakterentwicklungen.

Trotz dieses Kritikpunktes war ich im groben mit der Handlung zufrieden, denn es gab Höhen und Tiefen, die sehr bewegen. Gerade die Auswegslosigkeit der Handlung riss mich so sehr mit, dass ich das Buch oft nicht aus der Hand legen konnte. Zwar bin ich kein Fan von starker Mann rettet armes wehrloses Mädchen, doch hier passte es halbwegs zur Situation. Auburn konnte seit sie 15 Jahre alt war nicht mehr reifen, denn ihr wurde ein Teil ihrer Kindheit und Jugend geklaut, weswegen sie jetzt so handelt (oder eben nicht handelt), wie sie es tut. Obwohl ich einige Male wirklich genervt war, dass sie nicht aus der "armes kraftloses Mädchen" Rolle entwachsen wollte, so muss man doch aufgrund ihrer Vergangenheit und vagen Zukunft Nachsicht mit ihr haben. Nicht jeder ist eine Kämpfernatur, nicht jeder traut sich aufzulehnen.

Ein absolutes Plus ist hier der Schreibstil, der niemals langweilig wird. Alle Szenen sind jugendlich und leicht geschrieben, sodass man nur so durch die Zeilen fliegt. Auch wenn der Schreibstil hier und da etwas tiefgründiger hätte sein können, war ich doch begeistert und fühlte mich stets gut unterhalten. Was die Worte dieses mal nicht vollends schafften, machten Owens Bilder. Denn diese sind ausdrucksstark, fesselnd und erzählen so viel mehr, als es die Protagonisten je in Worte fassen können. Großes Kompliment an diese geschickte Einbindung der Bilder in die Handlung.

Der Schluss wiederum war absolut nicht meins und hätte meiner Meinung nicht sein müssen, denn es war einfach zu viel des Guten. Allerdings glaube ich das die meisten Leser es lieben werden und sich über die vielen Zufälle freuen werden. Das Ende schließt den Kreis der Bekanntschaften und bestätigt die vorherigen Ahnungen, die man beim Lesen schon lange hatte.

Alles in allem war "Love and Confess" für mich ein unterhaltendes Buch mit Schwächen, welches ich Jugendliebesromanlesern gerne ans Herz legen möchte. Einige Tabuthemen werden hier passend aufgegriffen und moralisch korrekt gelöst.

Cover/ Buchgestaltung  
Das Cover ist wirklich hübsch. Zudem gefallen mir die Bilder in dem Buch, die man einerseits in der Klappbroschur bunt sieht, als auch später in S/W im Buch. Hier kann man verweilen und zwischen den Pinselstrichen lesen. Sowas liebe ich!
 
Für Fans von
* "Hope forever" von Colleen Hoover
* "Wie ein Licht in der Nacht" von Nicholas Sparks

Fazit
Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch, doch dieses Mal konnten mich die Charaktereumsetzungen nicht durch und durch überzeugen. Dennoch bekommt man hier eine emotionale Liebesgeschichte, die sehr mit dem Zufall arbeitet. Wer an das Schicksal glaubt, sollte einen zweiten Blick riskieren.
Bewertung 3,5/5 

 

Kommentare:

  1. Hey,
    ich mochte dieses Buch von Hoover wieder sehr (4,5*), aber ich kann dich verstehen. Anfangs war Auburn bei einem Anwalt, den sie sich eigentlich nicht leisten könnte, und ich hab mich echt gewundert, dass sie dann nie über Geld nachgedacht hat, obwohl ihr das Thema ja wichtig war... war auch etwas enttäuscht, dass ihr Geheimnis auf den letzten Drücker gelüftet wurde. Deshalb der halbe Stern weniger...
    lg. Tine :)

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  2. Hey,
    ich kann deine Kritikpunkte zwar nachvollziehen, aber ich liebe die Geschichte trotzdem heiß und innig und hatte nichts zu meckern. Die Liebesgeschichte und der Schreibstil haben mich voll und ganz überzeugt. Das Ende ja ... das ging ziemlich glatt über die Bühne. Colleen Hoover sagt selbst, würde sie nur für sich schreiben, würden ihre Bücher merklich düsterer ausfallen. Aber die Fans lieben Happy Ends. Naja, du weißt ja: ich bin nicht unbedingt der größte Fan von Happy Ends, aber in diesem Fall fand ich's gut.

    Liebe Grüße aus Nicoles Bibliothek

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