Samstag, 6. August 2016

[Rezension] #Folge deinem Herzen

  

#FolgeDeinemHerzen

 

Autor: J. Vollguth
eBook: 3,99 €
Taschenbuch: 9,99 €
Seitenzahl: 225
Mehr Infoshier

 



Inhalt
Vlogger meats SocialMedia-Hasser: das Chaos ist vorprogrammiert. Sara, angehende Tierärztin, trifft auf den Sunnyboy Jake, der in Wahrheit der berühmte Vlogger BigJake ist. Ihr Herz fühlt sich zu ihm hingezogen, doch mit dieser Szene möchte sie nie wieder etwas zu tun haben.

Wie hat's mir gefallen



Der Inhalt ist nicht neu, auch wenn die Medien angepasst wurden. Alles erinnert stark an eine sehr junge Adaption von "Em@il für dich". Tatsächlich habe ich nicht mit einer SO jungen Adaption gerechnet, da es hier um keine Teens geht - oder doch?

Sara, angehende Tierärztin, müsste sich eigentlich in denn Mittzwanzigern bewegen, scheint aber vom Verhalten eher wie 15. Auch Jake kann niemals einen Tag älter sein als 16, auch wenn er eine teure Luxuswohnung hat. Doch beginnen wir mit dem Inhalt, denn der ist schnell erzählt (die 225 Seiten habe ich auf einer Zugfahrt verschlungen). Sara trifft auf Sunnyboy, beide verlieben sich mit Lichtgeschwindigkeit, kleine Probleme sollen Spannung aufbauen und ein Happy-Ending, das amerikanischer nicht hätte sein können, versüßt den klebrigen Cupcake mit einer kandierten Cocktailkirsche.

Sara, die naive Social-Media-Unwissende ist gespickt mit Vorurteilen, High-School-Paranoia und Insoquenz - die sie wiederum konsequent durchhält. Ein "dunkles Geheimnis" beschattet das junge Mädchen und sie geht allen Social Media Kanälen aus dem Weg, weil sie nicht aufgezeichnet werden will. In New York, wo jede U-Bahn, jeder Supermarkt, jeder öffentliche Platz gefilmt wird. Haha. Ihre Angst scheint erst unbegründet, aber in ihrer Jugend schien ihr wohl etwas Schlimmes passiert zu sein. Bitte macht euch keine Hoffnung, es ist genauso lächerlich und an den Haaren herbeigezogen, wie ihr Durchhaltevermögen den Social Media Kanälen aus dem Weg zu gehen (Wie sonst hätte sie wohl von dem Gewinnspiel erfahren?). Ihr ganzes wirres Handeln ließ mich dauerhaft den Kopf schütteln. Solche unbegründeten Ängste hat ein Teenie, das von Selbstzweifeln zerfressen ist, aber eine erwachsene Frau?? Ich bin wirklich geschockt was für jammernde in selbstmitleidbadende Protagonisten geschaffen werden. Mobbing ist scheiße, keine Frage. Aber DAS ist definitiv der falsche Umgang.
Das krasse Gegenteil dazu liefert der Sunnyboy Jake, der sein Geld mit privaten Videodrehs verdient und massiv reich zu sein scheint. Ich selbst bin kein großer Fan von Vlogs und verstehe auch den Sinn nicht, mit Videos von fremden Dates anzusehen, bei denen ich dann Schatten sehe. Aber gut, das ist der Zahn der Zeit. Obwohl Jake recht durchschnittlich und farblos ist, so scheint er Gefallen an Sara zu haben und ist 1000x netter zu ihr, als sie es je verdient hätte. 


Die Liebesgeschichte entsteht nicht nur recht plötzlich, sondern es wird leider auch kein Unterschied deutlich zwischen "verliebt" und "Liebe". Beide Worte tauchen im selben Kontext recht früh auf, was ich sehr schade fand, denn die Geschichte zwischen den Beiden hatte durchaus Potential. Hätte sich die Autorin entschieden, die Protagonisten ihrem Handeln ein angepasstest Alter zu geben (14-16), wäre alles stimmig gewesen, aber für kein Geld der Welt glaube ich Sara oder Jake, dass sie schon volljährig sein sollen. Ich glaube dieser Fakt hat mich letztendlich auch am meisten gestört: diese kindischen Reaktionen mit den Gedanken im Hinterkopf: "Die sind so alt wie ich!". Dann lieber gleich ein Jugendbuch mit jungen Protagonisten schreiben, das hätte mir besser gepasst und wäre einigermaßen nachvollziehbar gewesen. Schade.

Zudem kommt ein sehr sehr junger Schreibstil mit vielen grammatikalischen Schnitzern, wobei Dinge wie "selber" noch das geringste Problem der Autorin sind. Ich habe ab der vierten Seite aufgehört die Grammatikfehler zu zählen, hatte gehofft es liegt nur an einer schlechten Übersetzung, recherchierte die Autorin und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Zwar bin ich nicht sicher, ob der Jugendslang Absicht war (was aber nicht mit den mittzwanziger Protas übereinstimmt) oder ob es der Zielgruppe angepasst ist, es liest sich jedenfalls holprig. Übersieht man den Sprachstil, so kommt man aufgrund von häufiger wörtlicher Reden, kurzen Emails und Szenen ohne Tiefgang schnell durch die Seiten.

Unterhalten wird man definitiv - aber zu welchem Preis?

Für Fans von
* "Love Message. Badboy sucht Angel" von Gaby Schuster

Fazit
Diese platte Aufarbeitung eines bekannten Plots konnte mich nur wenig überzeugen. Auch wenn das Buch in zwei Stunden verschlungen war, so konnten mich weder die farblosen (sehr!) jungen Protagonisten überzeugen, noch die lichtgeschwindigkeitschnelle Liebesgeschichte. Wären die süßen Hunde nicht gewesen, hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen. Schade.

Bewertung 2/5 

1 Kommentar:

  1. Huiuiui, du lässt ja wirklich kein gutes Haar an der Geschichte. Ich muss sagen, dass mir gerade der Schreibstil gut gefallen hat. Die Geschichte fand ich nicht außergewöhnlich, aber gut unterhaltend. Grammatikfehler muss ich wohl komplett überlesen haben :-O
    Die Autorin hat ja ein sehr interessantes Projekt laufen: sie schreibt 12 Bücher in 12 Monaten. Mit dieser Herangehensweise ein Buchprojekt zu starten, finde ich schwierig. Hut ab, dass sie es bisher so toll durchgezogen hat und auch Erfolg damit hat, aber wenn ich mir überlege, wie viel besser ein Buch werden könnte, wenn man ihm genug Zeit zum Reifen gibt ... dann sehe ich das ganze Vorhaben wieder kritisch.
    Obwohl mir #FolgeDeinemHerzen (für einen SP-Roman) sehr gut gefallen hat, werde ich wohl so schnell nichts mehr von ihr lesen. Das klingt vielleicht komisch, aber am Ende wünsche ich mir doch ein Buch, das von vorne bis hinten gut durchdacht wurde und nicht in einem Monat abgearbeitet wurde. Selbst, wenn dem nicht so ist, würde es mir beim Lesen trotzdem so vorkommen. Bin gespannt, wie du das Projekt der Autorin findest.

    Liebe Grüße

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