Freitag, 10. Februar 2017

[Rezension] Wie die Luft zum atmen

    Wie die Luft zum atmen


Autor: Brittainy C. Cherry
Broschur: 14,00 €
eBook: 9,99 €
Seitenzahl:368
Verlaglyx
Mehr Infos: hier
  
Inhalt
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen. Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.
   
Wie hat's mir gefallen
Ich gestehe, ich bin dem Hype erlegen und war so neugierig. Dementsprechend waren meine Erwartungen hoch und leider worden sie - wie so oft - nicht erfüllt. Es ist mir rätselhaft, wo der ganze Hype um das NewAdult-Buch herkommt. Doch beginnen wir von vorn: Schnell wird dem Leser bewusst, dass sowohl Liz als auch Tristan Schreckliches erlebt haben. Beide haben jemanden verloren, den sie lieben. Mir war es schon da fast zu viel, wei ich dachte "Was für ein Zufall, dass gerade diese beiden Menschen nebeneinander wohnen!" - aber es kommt gegen Ende noch schlimmer.

Das Buch lebt von den Charakteren - und stirbt zugleich mit ihnen. Liz war ein glücklicher Mensch, bis ihr Leben vor ihren Füßen zusammen brach. Leider erfährt man viel zu wenig über ihr früheres Ich und fast gar nichts über ihren Partner. Man kann gar nicht richtig mittrauern, das man weder den Partner noch die Beziehung kennenlernt. Die wenigen Flashbacks geben keinerlei Einblick und lassen den Leser emotional unberührt zurück. Schade, hier wurde viel Potential verschenkt! Schlimmer hingegen war es bei dem mürrischen, zurückgezogenen und unnahbaren Tristan. Auch hier erfährt man nicht wirklich, WARUM die Partnerin vorher so toll war, nur DAS sie toll war. Schade, dass hier weder Taten noch konkrete Erinnerungen, die den Charaktere prägen, erwähnt werden. Noch weniger überzeugend, was sein nicht nachvollziehbarer Wechsel von mürrishc zu witzig, von still zu offen. Ja, er blüht mit der Liebe auf bla bla - kein Mensch ändert sich über Nacht um 180°! So plötzlich wie die beiden von "Sie" zum "du" übergehen, so plötzlich gibt es erste Küsse und eine seltsame Bettgeschichte. Stück für Stück konnte ich zwar die "Therapie" nachvollziehen, aber echte Gefühle konnte ich kaum spüren und stand oft teiolnahmslos neben der Handlung, die ohne scheinbaren roten Faden vor sich dahin plätscherte.

Der Sprachstil war so gar nicht meins. Einerseits war es recht vulgär, andererseits gab es viele sprachliche Schnitzer und grammatikalische Fehler. Mir wurde oft empfohlen, das Buch lieber auf Englisch zu lesen, da dort wohl der Schreibstil fließender, stimmiger und angenehmer ist. Obw es nun an dem Übersetzer lag, weiß ich nicht, allerdings ärgerten mich die sprachlichen Fehler und Ungereimtheiten sehr, sodass ich selten abschalten konnte.

Insgesamt ist es ein gutes Buch für Zwischendurch, sicherlich unterhaltend, aber ohne jegliche Tiefe. Es ist mir unklar, wie man solch emotionale Themen derart lieblos aufarbeiten kann. Zudem ist mir unklar, was alle Welt an dem Buch findet. Ja, es ist nicht schlecht. Ja, man liest es schnell durch. Aber dennoch ist es eine Geschichte unter Millionen die schon während des Lesens verschwimmt und spätestens nach einer Woche in Vergessenheit gerät.

Für Fans von
* "Trust Again" von Mona Kasten

Fazit
Obwohl ich das Buch in wenigen Tagen durchgelesen hatte, fehlte mir nicht nur der rote Faden und ein angemessener Schreibstil, sondern konnte das Besondere nie spüren. Zu spüren waren leider auch selten echte Emotionen. Gerade das Ende und die "Verzahnungen" waren zu sehr gestellt und gewollt. Schade!

Bewertung 2,5/5

1 Kommentar:

  1. Liebe Inka

    Schade, dass es nicht mehr besser geworden ist und ich frage mich tatsächlich auch, woher die Begeisterung für solche und ähnliche Bücher kommt.

    Ich erkläre sie mir mit der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit. Hypes werden in wenigen Sekunden generiert und verschwinden genau so schnell wieder, viele Menschen nehmen sich nicht mehr die Zeit, sich intensiv mit schwierigen Themen zu beschäftigen und haben dann mit solchen Büchern das Gefühl, ja trotzdem mitreden zu können. Auch hat man schlicht und einfach nicht die Zeit, zu einem intensiveren Buch zu greifen. Auch wir "gönnen" uns ja ab und zu ein wenig Trash, weil wir gerade keine Zeit oder keine emotionale Kapazität zum Verarbeiten schwieriger Themen haben. Ausserdem - und das ist ja eigentlich ein guter Punkt - war Lesen in weiten Kreisen lange verpönt. Nur wer über eine gewisse Bildung, das nötige Interesse und auch ein wenig Intelligenz verfügte, griff zu Büchern. Heute tut dies jede und jeder und sieht ja auch, wie einfach es ist, Leseeindrücke und Rezensionen auf allen sozialen Kanälen zu teilen und so mit anderen in Kontakt zu kommen. Entsprechend gestalten sich auch die Bestsellerlisten und Bücher, die nahezu keinen Anspruch an die Leser stellen, landen immer öfter ganz oben.

    Wir, die halt auch gerne einmal wirklich in ein Thema eintauchen, uns fordern lassen, mit komplizierten Handlungen umgehen können und nicht immer schon von der ersten Seite an wissen wollen, wie ein Buch endet, müssen uns da natürlich ein wenig intensiver mit der Materie beschäftigen und bewusster auswählen.
    Du weisst ja nun, was du eher vermeiden möchtest :-)

    Ganz liebe Grüsse dir
    Livia

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