Freitag, 7. April 2017

[Rezension] Das dunkle Herz des Waldes


Das dunkle Herz des Waldes


 

Autor: Naomi Novik
Hardcover: 17,99 €
eBook: 13,99 €
Seitenzahl: 576
Verlagcbj Verlag
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Inhalt
Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.  Quelle
    
Wie hat's mir gefallen
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und doch fällt es mir schwer, es zu beurteilen. Der Anfang war magisch und wunderbar: ein Mädchen gerät alle zehn Jahre in die Fägne das Zauberers mit dem Namen Drache. Man erwartet eine schleichende Liebesbeziehung, etwas Magie und leichte Unterhaltung. Doch die Autorin überraschte mich, denn nichts kam, wie ich es dachte.

Der Drache - ist zum Glück ganz anders und viel widerspenstiger als gedacht, sodass hier kein Abklatsch von "Die Schöne und das Biest" entsteht. Obwohl seine Art sehr ruppig ist und er furchtbar mit Agnieszka umgeht, so hatte ich ihn schnell ins Herz geschlossen. Seine Ecken und Kanten, ja seine Schrullen, machen ihn liebenswert. 
Agnieszka ist ebenfalls interessant, auch wenn sie für meinen Geschmack viel zu wenig die Initiative ergreift. Viel zu spät merkt sie, dass sie keine Prinzessin im hohen Turm ist und das auch niemals ein Prinz daher geritten kommt, der sie rettet. Trotz allem durchlebt sie eine angenehme Wandlung und schlich sich Stück für Stück in mein Herz.
  
Der Schreibstil war sehr magisch. Alle Sätze wurden wohl durchdacht, schienen perfekt gesetzt. Und dennoch schweifte ich oft beim Lesen mit meinen Gedanken ab. Manche Umschreibungen waren wunderbar und sehr plastisch, doch mir war es oft zu viel des Guten. Ich mag ausführliche Beschreibungen, doch hier hätte man viel mehr Kürzen müssen.
Was mich ebenso störte, war die teils schludrige Übersetzung. Das "Unwort" 'selber' taucht so oft auf, dass ich mich schon regelrecht geärgert habe. Jedes Mal, wenn ich dachte: sprachlich ist das Buch wirklich ausgefeilt, so machte die Übersetzung dem wieder einen Strich durch die Rechnung. Schade.
  
Nun kommen wir zum großen Haken, der Handlung: die langen Passagen, in denen nichts passiert. Oft wollte ich das Buch abbrechen, weil scheinbar nichts passiert. Doch immer, wenn ich das Buch aufgeben wollte, passierte etwas und ich wollte wissen, wie die verschiedenen Handlungsstränge ausgehen würden. Doch dann ebbte die Handlung ab, wurde zäh wie alter Kaugummi und ich kämpfte mich durch die Seiten. Ich habe so so so lange an diesem Buch gelesen, dass ich es schon fast leid war. Und doch konnte ich es nicht abbrechen, denn ich wollte wissen, wie es endet. Ich war beim lesen zwigespalten und bin es noch immer. Ich denke nämlich, dass das Buch wirklich gut ist, nur in mir den falschen Leser fand. Ich hoffe sehr, dass diese magische Geschichte noch viele Leser haben wird, denn ich bin sicher, dass sie viele mitreißen werden kann. Ich stand leider immer kurz vor dem Abgrund und sah, wie alle nacheinander ins kalte, frische Wasser sprangen. Doch ich fand nie den Antrieb zu springen und konnte mich leider - obwohl ich mir viel Mühe gab - nicht vollends auf die Handlung einlassen. Schlussendlich kann ich sagen: das Ende konnte mich begeistern, aber der Mittelteil war unnötig zäh.
  
Cover/Buchgestaltung
Das Buch ist wunderbar anzusehen, sehr groß und etwas schwer - dennoch mag ich es rein optisch sehr gerne.
  
Gut zu wissen
Es handelt sich bei diesem Fantasyjugendbuch um einen Einzelband, was sicher für viele Leser ein Kaufgrund ist.
  
Für Fans von
* "Diamantkriegersaga" von Bettina Belitz
* "Nebelsilber" von Tanja Heitmann
  
Fazit
Obwohl das Buch nicht mit Magie geizt, konnte der Funke bei mir nie vollends überspringen. Die Grundidee ist sehr gut, der Schreibstil bis auf kleine Mängel ebenso, doch die zähen Längen des Buches trübten mein Lesevergnügen enorm.
  

Bewertung 3/5

1 Kommentar:

  1. Huhu Inka!

    Schade, dass dir die Längen den Lesespaß so verdorben haben. Ich kann es dir aber nachfühlen. Manche Stellen waren wirklich unnötig gestreckt. Und ich bin oft abgeschweift, wenn es actionreiche Handlung gab, die so ausholend erklärt wurde, dass man kaum mehr hinterher kam. Mich hat es zum Glück nicht ganz so sehr gestört wie dich, aber ich kann es voll verstehen.
    Das mit der Liebesgeschichte hatte ich erst auch befürchtet, aber in dem Punkt ist das Buch ja wirklich eine positive Überraschung. Aber dafür war die Geschichte ja dann letztendlich sehr ereignisreich und mal wieder etwas ganzes anderes und keine neue Version von "Die Schöne und das Biest".
    Danke für die schöne Rezension. :) Da hab ich mich gleich nochmal intensiv ans Buch erinnert gefühlt.

    Ich habe deine Rezension in meiner Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    Liebe Grüße,
    Diana

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