Sonntag, 21. Januar 2018

[Rezension] Qualityland (helle Edition)

  

Qualityland (helle Edition)

Autor: Marc-Uwe Kling
Hardcover: 18,00 €
eBook: 14,99 €
Seitenzahl: 384
Verlag: Ullstein
Mehr Infos: hier

  Inhalt
Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?  Quelle

Wie hat's mir gefallen 
Ich gestehe, ich war von der Art des Buches von Anfang an fasziniert. Nicht nur die beiden Editionen fand ich interessant, sondern auch die Zwischenkapitel. Dieses Buch sollte man auf keinen Fall als eBook lesen, denn dann verpasst man wirklich viel! Für die gesamte Aufmachung, bestehend aus Bindung, Cover und Innendesign, gibt es einen riesigen Pluspunkt! Man bekommt Lust in dem Buch zu verweilen, sich Zeit zu lassen und jede Seite zu erkunden. Oft fliegt man durch ein Buch und achtet gar nicht auf die Seiten. Hier ist es anders und das mochte ich sehr!
  
Nun kommen wir mal zum Inhalt. Dieser konnte mich anfangs gar nicht überzeugen, denn Peter Arbeitsloser führt ein furchtbar langweiliges Leben. Es brauchte so seine Zeit, bis ich das erschreckende System näher kennenlernte und mehr über die Zukunftsgesellschaft erfahren habe, Je mehr ich erfuhr, desto mehr wollte ich lesen. Ich war geschockt und fasziniert zugleich, denn einerseits scheint die Vision des Autors so weit weg und doch so nah. Beim lesen beschäftigt man sich mit den Fragen, wieso die Roboter so emotional und die Menschen so taub sind und schnell merkt man, dass Marc-Uwe Kling sehr scharfsinnig unsere Gesellschaft darstellt. Er kritisiert ohne den gehobenen Zeigefinger zu zücken, kommt mit trockenem Humor und lässt einige Fragen beabsichtigt offen. Das gefiel mir alles sehr gut, wenn es auch nicht immer rund war.

Der Schreibstil lässt mich zwiegespalten zurück. Mir waren viele Sätze zu einfach. Zwar gab es viele Stellen, bei denen man zwischen den Zeilen lesen konnte und über die man nachdenken konnte, aber hier habe ich mir sprachlich mehr Tiefe erhofft. Dann dachte ich aber oft: gerade weil die Sprache sehr einfach gehalten ist, fällt es leicht, viel hinein zu interpretieren. Das heißt; manchmal war mir einfache Sprache zu wenig, manchmal fand ich es ganz gut. Trotz allem erwartet man bei dieser Thematik einen erwachseneren und gehobeneren Schreibstil, der schlichtweg anspruchsvoller ist.

Wieso habe ich nur vier von fünf Sternen gegeben? Weil mich der rote Faden nicht immer überzeugen konnte und mir auch das Ende nicht wirklich genug war. Manche Dinge kamen zu plötzlich, manches zog sich zu sehr. Das Buch überzeugt als Ganzes zwar, hat jedoch hier und da kleine Schwächen.
    
Gut zu wissen
Nebst der hellen Edition für Optimisten gibt es (wer hätte es gedacht) noch eine dunkle Edition für Pessimisten. Mehr zu Qualityland gibt es hier.
  
Fazit
Ein gutes Buch, das zum Nachdenken anregt, teilweise humorvoll eine erschreckende nicht allzu entfernte Gesellschaft beschreibt und solide unterhält. Hier und da hätte ich mir mehr Tiefe oder einen anspruchsvolleren Schreibstil gewünscht, bin aber  mit dem Buch als Ganzes (vor allem mit der Optik) sehr zufrieden.
  
Bewertung 4/5

1 Kommentar:

  1. Hey Inka,

    Endlich mal jemand, der die helle Edition gelesen hat. Ich hab ein bisschen das Gefühl die dunkle Version ist beliebter. Mich hat das mit der Sprache nicht wirklich gestört und ich habe die Mehrdeutigkeit dieses Buches geliebt. Ich könnte mir gut vorstellen, das Buch nochmals zu lesen, einfach weil ich bestimmt noch nicht alle Botschaften erfasst habe.

    LG, Moni

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