Mittwoch, 4. Januar 2017

[Rezension] Wunder die wir teilen


Wunder die wir teilen


Autor: Sara Barnard
Hardcover: 14,99 €
eBook: 12,99 €
Seitenzahl: 384
VerlagFischer KJB
Mehr Infos: hier
   


Inhalt
Caddy und Rosie sind unzertrennlich bis Suzanne auftaucht, die aufregende Neue. Obwohl Suzanne sich Mühe gibt und sehr freundlich ist, weist Caddy sie anfangs ab und geht auf Abstand. Doch plötzlich fühlt sich Caddy wie magisch von Suzanne angezogen und erlebt mit ihr waghalsige Abenteuer. Rosie will Caddy warnen vor den immer abenteuerlicheren Ideen von Suzanne, doch Rosie erkennt viel zu spät, was mit Suzanne los ist...


Wie hat's mir gefallen

Mich hat das Buch von Anfang an gereizt, da hier nicht eine Liebesgeschichte im Zentrum steht, sondern Freundschaft. Gerade im Teenageralter ist es schwierig eine intakte Dreierfreundschaft aufrecht zu halten - ohne das sich jemand vernachlässigt fühlt. Ich selbst habe eine wunderbare sehr sehr gut funktionierende Dreierfreundschaft und bin stolz und glücklich darüber, dass wir ohne Neid auskommen. Ich könnte mir keinen Tag vorstellen, "nur" zu zweit zu sein und trotzdem weiß ich wie selten und wie wunderbar unser Glück ist, dass es so einzigartig toll funktioniert.

Sicherlich mag dem ein oder anderen das Buch auf den ersten Blick zu jung erscheinen, da es um 15-16 Jährige Mädchen geht und nicht um DIE große Liebe, wie man es sonst so gewohnt ist. Doch schon nach wenigen Seiten merkt man, dass die Autorin britisch ist und es auch nicht immer so unschuldig zugeht, wie man es in dem Alter vermuten könnte. Denkt man selbstkritisch zurück an die eigene Zeit als Teenager, weiß man wieder, wie man selbst war, was in dieser Zeit passierte und wie erwachsen man sich fühlte. Sarah Barnard fängt die Gefühle und Gedankenwelt der jungen Leute wunderbar ein. Ich hatte selbst wieder das Gefühl 16 zu sein und mich mit den Problemen, die oft schwerwiegender sind, als es Erwachsene später zugeben möchten, identifizieren zu können. 

Im Zentrum stehen drei unterschiedliche Jugendliche: Rosie, Suzi und Caddy. Caddy, die sich selbst als langweilig beschreibt, erzählt die Handlung. Sie geht auf eine Privatschule, ist strebsam, brav und sagt von sich selbst, dass ihr noch nichts einschneidendes passiert ist. Sie lechzt geradezu nach einem Abenteuer. Rosie, Caddys beste Freundin seit Ewigkeiten, ist unternehmenslustiger und scheint auf den ersten Blick fröhlicher und beliebter. Kein Wunder, dass sie sich sofort mit Suzi, der aufregenden Neuen anfreundet. Doch Suzi hat auch ihre dunklen Geheimnisse, die Caddy nach und nach erforscht. Je mehr Abstand Rosie zu Suzi nimmt, desto mehr fühlt sich Caddy von Suzi angezogen.

Gerade wenn man denkt, dass jetzt nichts mehr passieren kann, überrascht einen die Autorin gleich zwei Mal sehr sehr heftig. Ich war geschockt, getroffen und habe viel geweint. Zudem war ich perplex, wie sehr mich die Autorin bewegt und überraschen konnte. Da ich vorhersehbare Storys wenig mag und hier schon etwas Angst hatte, dass nichts Unvorhergesehenes mehr passieren kann, war ich umso begeisterter von den beiden Wendungen. Danke für solch ein ehrliches und reales Ende. Man darf die Leser nicht immer in Watte packen! 


Alles in allem bin ich begeistert von dem jugendlichen Buch mit der angemessenen und unterhaltenden Jugendsprache, von den mehrschichtigen Charakteren, die stets an ihren Aufgaben wachsen und doch Fehler machen, von der realitätsnahen Handlung und vom Gesamtkonzept. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich, mehr als zehn Jahre älter, mit den sympathischen Charakteren identifizieren kann und stets mitfieberte! Ein wunderbares Jugendbuch mit einer tollen Aussage!

Cover/Buchgestaltung
Zuerst hatte ich meine Probleme mit dem deutschen Cover und Titel. Hier seht ihr das englische Originalcover zu "Beautiful Broken Things". Doch nach dem Lesen verstand ich das deutsche Cover und dessen Kontraste. Die grellen bunten Elemente machten genauso viel Sinn, wie die weißen Strahlen und der düstere schwarze Hintergrund. Alles fügte sich und ich kann mir kein anderes Cover mehr vorstellen!

Für Fans von
* "All die verdammt perfekten Tage" von Jennifer Niven
* "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan

Fazit
Ein Buch voller echter Gefühle, wahrer Freundschaft und mitreißender Dynamik. Alles hätte genauso einem selbst passieren können, weswegen die vermittelten Emotionen so echt wirken. Vor allem das Ende konnte mich überraschen und überzeugen!

Bewertung 4,5/5

Kommentare:

  1. Hey =)

    Das klingt ja wirklich sehr überzeugend. Allerdings scheint es die Geschichte auch in sich zu haben. Ich mag ein realistisches Ende sehr, wenn es wirklich überzeugend ist. Kommt mal auf meine Wunschliste =)

    LG
    Anja

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    1. Es ist aber wirklich eher jung - wer es lieber "erwachsen" mag , wird einige Zeit brauchen, um sich zurecht zu finden

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  2. Schon alleine, wegen des Covers würde ich es kaufen. Aber, deine Rezi hört sich wirklich toll an. Und meine Wunschliste wächst schon wieder.
    Liebe Grüße
    Sandra [plentylife.blogspot.de]

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  3. Das klingt nach einem Buch, das mir gefallen würde :) Vor allem, da es um Freundschaft und weniger um Liebe geht - was wirklich etwas besonderes ist. Ich mag das deutsche Cover auch sehr, aber im Vergleich zum englischen ist es natürlich irgendwie ... zu überladen.
    Habe ich auf meine Wunschliste gepackt :)
    Danke für deine tolle Rezension.
    - Sophia

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